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Den Ernstfall proben

Den Ernstfall probenIn Bayern gibt es verschiedene Zivilcouragekurse, in denen Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler den Ernstfall proben: In Rollenspielen können sie live erleben, wie es ist, Zeuge eines Übergriffs zu sein und verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, dem Opfer zu helfen.

Früh übt sich: Selbstbehauptungskurse für Kids in München
In München bietet die Polizei Selbstbehauptungs- und Zivilcouragekurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an, zum Beispiel den Kurs „aufgschaut“ für Grundschulkinder. Hier lernen die Kleinen Verantwortung zu übernehmen und zu helfen, wenn andere in Gefahr sind. Sie üben aber auch, sich selbst zu helfen, wenn es darauf ankommt. Damit das Projekt zu einer dauerhaften Verhaltensänderung führt, ist es als Multiplikatorenschulung für Lehrerinnen und Lehrer konzipiert, die die Kurs-Übungen über einen längeren Zeitraum in ihren Unterricht einbauen sollen. 
Auch das Projekt „zammgrauft“, das sich an Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren richtet, ist als Multiplikatorenschulung konzipiert, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen. Die Teilnehmer lernen in Übungen und Rollenspielen die Bedeutung von Gemeinschaft, Vertrauen und Zivilcourage. Auch die verschiedenen Formen von Gewalt, zum Beispiel körperliche Gewalt oder Mobbing, werden thematisiert und Strategien dagegen erarbeitet. 
Ergänzt werden die Kurse „aufgschaut“ und „zammgrauft“ durch ein Angebot für Erwachsene, in dem diese trainieren, sich in gefährlichen Situationen zu behaupten. Ziel ist, Sicherheitsgefühl und Helferverhalten der Teilnehmer zu verbessern.

Im Ernstfall richtig handeln: Zivilcouragekurse in Ingoldstadt
Auch in Ingolstadt bietet die Polizei Selbstbehauptungs- und Zivilcourageseminare für Bürgerinnen und Bürger an. „Hinschauen und handeln“ heißen die Kurse, in denen die Teilnehmer lernen, was sie im Vorfeld tun können, um nicht Opfer einer Belästigung oder – noch schlimmer – einer Straftat zu werden. Dazu gehören auch Tipps zu Körpersprache und Kommunikation. In Rollenspielen in einer nachgestellten Omnibusbestuhlung haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr Verhalten im Ernstfall zu testen und falsche Verhaltensweisen zu korrigieren. Das richtige Bedienen von Nothilfe-Einrichtungen steht ebenfalls auf dem Lehrplan. Speziell für Jugendliche hat die Polizei den Workshop „Schau hin und tu´ was!“ entwickelt. Ziel ist, Empathiefähigkeit und Sozialkompetenz der Heranwachsenden zu fördern.

Konflikte frühzeitig erkennen: Zivilcouragekurs in Freising für Schülerinnen und Schüler
In einem Zivilcouragekurs, den die Polizei gemeinsam mit dem OWACHT-Verein entwickelt hat, lernen Schülerinnen und Schüler in Freising Konflikte frühzeitig zu erkennen und sich als Opfer beziehungsweise Helfer optimal zu verhalten. Um langfristige Ergebnisse bei den Heranwachsenden zu erzielen, werden Lehrerinnen und Lehrer zu Multiplikatoren ausgebildet, damit sie Programminhalte in den Unterricht integrieren können. Auch für Erwachsene gibt es ein spezielles Kursangebot. Dieses wird  unter anderem an der Volkshochschule beziehungsweise als interne Schulung in Firmen angeboten. 
Schülerinnen und Schüler können sich zudem im Projekt „Hinschauen statt wegsehen“ zu Busbegleitern ausbilden lassen und für ein gewaltfreies Klima auf der Fahrt zur Schule sorgen.

Allgäu: Praxisnahe Kurzschulung in Zivilcourage
Wie es ist, Zeuge eines Übergriffs zu sein und beherzt einzugreifen, konnten Besucher des Allgäu Airport Festival 2010 erleben. In einem Bus spielten zwei Polizisten Belästigungs- und Bedrohungsszenarien nach und demonstrierten, wie Helfer bei einem solchen Übergriff einschreiten können.

Niederbayern: Zeugen herbei pfeifen
Gemeinsam mit dem „Lions-Club“ hat die Polizei in Dingolfing und Landau die Aktion „Hinschauen – Melden – Couragiert Helfen“ gestartet. Die Aktion soll Menschen dazu ermutigen, hinzuschauen und zu helfen, wenn jemand Opfer eines Übergriffs wird. Zu diesem Zweck verteilen die Partner Flyer mit Verhaltenstipps sowie Signalpfeifen. Mit den Pfeifen können Bürgerinnen und Bürger auf Übergriffe aufmerksam machen. Darüber hinaus fördern die Partner Schul-Projekttage zum Thema Zivilcourage: Der Lions-Club stellt kostenlos Signalpfeifen zur Verfügung, die Polizisten geben Verhaltenstipps. Außerdem informieren Polizisten auf Vorträgen bei Vereinen und Instituten sowie in Schulen über das Thema Zivilcourage und bieten Zivilcourage-Kurse an.

Oberpfalz: Schoolguards und Zivilcouragekurse
Schulbegleiter, sogenannte „Schoolguards“, sorgen in Weiden und Umgebung dafür, dass Schülerinnen und Schüler, die öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen nutzen, sicher im Unterricht ankommen und das gewaltfreie Lösen von Konflikten lernen. Im Ernstfall schalten sich die „Schoolguards“ ein und versuchen Konflikte zu deeskalieren. 
In Regensburg, Amberg und Weiden bietet die Polizei außerdem Zivilcourage-Kurse an. In den Kursen erfahren die Teilnehmer unter anderem was als Notwehr gilt, wie opfertypisches Verhalten auf Täter wirkt und wie man das Risiko minimiert, selbst Opfer zu werden. Abschließend erhält jeder Teilnehmer ein Faltblatt mit den wichtigsten Kursinhalten.

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