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Sechs Regeln für den Ernstfall

Sechs Regeln für den ErnstfallIn Nordrhein-Westfahlen standen die „Sechs Regeln für den Ernstfall“ im Mittelpunkt der Projekte zur Aktion-tu-was, darunter Theaterstücke und eine Busbegleiter-Ausbildung für Schülerinnen und Schüler.

Jeder kann was tun
Das Duisburger ReibeKuchenTheater hat sein Stück „Das Saxophon“ speziell als Klassenzimmer-Aufführung für Jugendliche konzipiert, um die "Sechs Regeln für den Ernstfall" zu vermitteln: Zeuge sein ‑ Tätermerkmale einprägen ‑ Andere zur Mithilfe auffordern ‑ Hilfe unter Notruf 110 holen ‑ Um die Opfer kümmern ‑ Sich selbst nicht in Gefahr bringen. Im Mittelpunkt steht die Frage des Einmischens. Dabei greift das Stück gezielt gängige Rechtfertigungsversuche auf, wie zum Beispiel das Argument „Was kann ich schon tun“; und stellt anschaulich dar, wie Zivilcourage gelebt werden kann. Die Handlung dreht sich um den Saxophonist Tommy, der nicht eingreift, als vor seinen Augen in der U-Bahn ein junges Paar zusammengeschlagen wird. Als Strafe muss er durch die Schulklassen tingeln und das Fach „Zivilcourage“ unterrichten. Polizisten geben nach der Aufführung Tipps, wie die Zuschauer bei Konflikten beherzt eingreifen können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Initiative ergreifen
Aktives Einschreiten bei Übergriffen stand auch im Mittelpunkt des von der Schülerin Bettina Begner verfassten Theaterstücks „Betti tut was“, das unter anderem am "Tag der Polizei 2010" aufgeführt wurde: An einer Bushaltestelle schlagen drei Jugendliche den kleinen Paul und rauben ihn aus. Niemand schreitet ein. Erst als die Schülerin Betti auftaucht, wendet sich das Blatt: Von ihrem Gewissen geleitet - verkörpert durch den schrillen Albert, den nur sie hören und sehen kann - wird sie unter Zuhilfenahme der "Sechs Regeln für den Ernstfall" aktiv, und spricht die Wartenden direkt an. Die „Sechs Regeln für den Ernstfall“ können die Zuschauer während der Aufführung auf Flyer und Kärtchen der „Aktion-tu-was“ nachlesen, die sie auf ihren Sitzplätzen finden. 

Sicher auf dem Weg zur Schule
Im Kreis Unna können sich Kinder und Jugendliche zu Busbegleitern ausbilden lassen. Dazu üben sie in Deeskalationstrainings der Polizei, sich in Konflikt- und Bedrohungssituationen zu behaupten und lernen auch die „Sechs Regeln für den Ernstfall“ kennen. Die „BusGuides“ begleiten Mitschülerinnen und Mitschüler auf ihren täglichen Fahrten zur Schule und achten darauf, dass sich die Fahrgäste zivilisiert verhalten. Kommt es zu Konflikten, vermitteln sie zwischen den Parteien. Die Ausbildung ist eine Maßnahme der Initiative „NimmBus“, die der Kreis Unna gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) ins Leben gerufen hat. 

Zivilcourage geht jeden an
Im Rheinisch-Bergischen Kreis stellt die Polizei den Städten und Gemeinden „Aktion-tu-was!“-Medien zur Verfügung, um diese an geeigneten Stellen zu verteilen und die Bevölkerung für das Thema Zivilcourage zu sensibilisieren. Auch Schulen erhalten mediale Unterstützung für ihren Unterricht: neben Plakaten, Faltblättern und Kärtchen mit den „Sechs Regeln für den Ernstfall“ das Medienpaket „Weggeschaut ist mitgemacht“. Buslinien im Kreis werben mit Plakaten der „Aktion-tu-was!“ für mehr Zivilcourage.